Predigten, Andachten und Gedanken (letzte Aktualisierung 29.06.2020)

Für jeden Sonntag finden Sie hier eine Predigt, Andacht oder Gedanken. Klicken sie auf den gewünschten Sonntag um die Texte zu lesen, Videos anzusehen oder Predigten anzuhören. 

  • add Sonntag 11. Oktober 2020, Pfarrerin Sabine Nollek: Du wirst satt
  • add Sonntag 6. September 2020, Prädikant Joachim Seule: Wie Missstände in der Gemeinde gelindert werden können
  • add Sonntag 30. August 2020, Pfarrerin Sabine Nollek: JesusLuxus - Vom Luxus, im Hier und Jetzt zu leben
  • add Sonntag 23. August 2020, Pfarrerin Sabine Nollek: JesusLuxus - Vom Luxus, sich nicht vergleichen zu müssen
  • add Sonntag 16. August 2020, Pfarrerin Sabine Nollek: JesusLuxus - Vom Luxus, in Gott verliebt zu sein
  • add Sonntag 9. August 2020, Pfarrerin Sabine Nollek: JesusLuxus - Vom Luxus, das Geld leicht zu nehmen
  • add Sonntag 2. August 2020, Pfarrer Günter Wagner: Wir suchen nach Gründen, Jesus sieht auf den Grund
  • add Sonntag 26. Juli, Patrick Spitzenberger: Vier Aufforderungen im Glauben, die Himmel und Erde verbinden
  • add Sonntag 28. Juni, Patrick Spitzenberger - Wer bin ich für dich?
  • add Sonntag 21. Juni, Pfarrer Günter Wagner - Was begreifen wir von Gott?
  • add Sonntag 14. Juni, Pfarrer Günter Wagner - Ehre den Schriftgelehrten?
  • add Sonntag 7. Juni, Pfarrerin Nollek - Das Lächeln Gottes
  • add Sonntag 24. Mai, Pfarrer Hans-Peter Ziehmann - Woher beziehen Sie Ihre Nachrichten?
  • add Sonntag 17. Mai, Pfarrerin Sabine Nollek - Wir dürfen ihn Vater nennen
  • add Sonntag, 10. Mai, Pfarrerin Sabine Nollek - Braucht Gott einen Ort?
  • add Sonntag, 3. Mai, Pfarrerin Sabine Nollek - Freude an Früchten
  • add Sonntag, 26. April, Pfarrerin Sabine Nollek - Gute Hirten sind Profis
  • add Sonntag, 19. April, Sarah Tietgens: Glauben, was nicht zu sehen ist?
  • add Ostersonntag, 12. April, Pfarrerin Sabine Nollek: Was aus dem Schrecken wird
  • add Karfreitag, 10. April, Pfarrer Günter Wagner - Alles gut?
  • add Pfarrerin Lara Wagner erzählt zu Palmsonntag, den 5. April die Geschichte von Jesus Einzug in Jerusalem
  • add Impuls von Prädikant Patrick Spitzenberger für Sonntag, 29. März - „Lasst uns nun zu ihm hinausgehen“

    Impuls von Patrick Spitzenberger für Sonntag 29. März

    „Lasst uns nun zu ihm hinausgehen“

    Impuls zum Predigttext des Sonntags Judika (Hebräer 13,12-14; AT: Gen 22,1-19; Ps 43; Ev: Mk 10,35-45)

    Die Passionszeit setzt in Bewegung. Trotz Ausgangsbeschränkungen. Ich spüre Bewegung - besonders in dem Text für den heutigen Sonntag:

    „Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

    Draußen vor dem Tor stehen wir. Dürfen unsere Kirchen nicht betreten. Die Hallen, die sonst von Gesang und Gebet erfüllt sind, bleiben still. Leer. Doch vor dem Tor sind wir nicht allein. Hier steht Jesus Christus. Hier steht er bei uns. Auf ihn schauen wir. Er, der selbst ein Leben voller Bewegung hatte: Herabgestiegen von seiner himmlischen Herrlichkeit, hier zu uns auf die Erde. Dort erfüllt er seinen Auftrag. Er überbietet alles Dagewesene. Er ist der wahre Priester. Er gibt sein Leben hin draußen im Schmutz vor den Toren der Stadt. Er bittet für uns Menschen. Durch seine Lebenshingabe durchbricht er den ewigen, verdammten Kreis von Gewalt und Gegengewalt. Er verschafft uns Zugang zu Gott. Der Glaube an ihn ist allein das Tor in die himmlische Herrlichkeit. Durch seine Auferstehung und Himmelfahrt geht er uns voran. 

    Die Geschichte Jesu ist voller Bewegung. Sie setzt uns in Bewegung. Wir dürfen vor dem Tor nicht stehen bleiben – gehen wir Jesu Weg mit. Hinaus vor das Lager, hin zur zukünftigen Stadt. Vielleicht können wir in dieser besonderen Fastenzeit den Weg Jesu intensiver als sonst mitgehen. Gerade die Karwoche lädt dazu ein. Das Osterfest lässt sich nur im Gesamtzusammenhang verstehen. Keine Auferstehung ohne Grabesruhe, keine Grabesruhe ohne den Tod Jesu am Kreuz, kein Tod ohne Leiden und Abschied. Selbst im Abschied noch selbstlose Liebe: Fußwaschung, Mahl der Liebe. So ziehen wir hinaus vor die Stadt, hin zu unserem Herrn Jesus Christus. Breiten unsere Kleider aus. Hosianna, Davids Sohn! Dort, gerade jetzt vor unseren Kirchen, in unseren Häusern, wartet er. Auf jeden von uns. Gehen wir den Weg mit ihm. Den Weg, der zur ewigen Gemeinschaft mit ihm führt.

    Prädikant Patrick Spitzenberger

  • add Predigt von Pfarrerin Sabine Nollek für Sonntag, 22. März 2020 - Lätare

    Predigt von Sabine Nollek für Sonntag, 22. März

    Liebe Gemeindemitglieder, es ist der erste Sonntag ohne Gottesdienst. Wer das vor zwei Monaten für möglich gehalten hätte, wäre für verrückt erklärt worden. Jetzt wollen wir zusammen alles tun, damit die Krise in irgendeiner Weise beherrschbar bleibt. Auch wenn die Vernunft die Begleiterscheinungen akzeptiert, ist doch auch viel Angst und Sorge in uns: Wie wird das mit uns und unseren Lieben? Werden wir diese lange eingeschränkte Zeit, die jetzt im Blick ist, wirklich gut durchstehen? Wie werden die Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten und in anderen wichtigen Bereichen, das durchstehen? Was bedeutet es für unsere Wirtschaft? Wie werden andere Länder, die nicht so gut ausgestattet sind, mit der Pandemie klarkommen?  In allen Sorgen haben wir unsere Gemeinschaft, sie lässt sich auch anders pflegen, wie wir das sonst gewohnt sind. Wir haben das Gebet und wir wissen, dass Gott für uns da ist und Kraft schenkt.

    Ich möchte heute ein paar Gedanken weitergeben zu Jesaja 66,10-14. Vielleicht tut es jetzt gut, einfach das zu lesen und auf das zu hören, was der Predigttext für den heutigen Sonntag aus dem alttestamentlichen Buch des Propheten Jesaja sagt.
    10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. 11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. 12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. 13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. 14 Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.
    Ein sehr schöner, mutmachender, strahlender Text, der irgendwie nicht ganz zu diesem tristen Corona-Samstagnachmittag passt, an dem ich diese Gedanken schreibe. Er berichtet von der Freude nach einer ganz schwierigen Situation für das Volk Israel. Israel war militärisch besiegt worden, das Land zerstört, die Oberschicht deportiert nach Babylon. Alles war anders geworden, eine Herausforderung für das Volk und jeden Einzelnen. Und Jerusalem war zerstört und verwüstet worden. Jetzt einige Jahrzehnte nach der Katastrophe aber gibt es Aussicht auf Neues. Der Prophet ermutigt die Menschen: Steckt nicht mehr den Kopf in den Sand. Glaubt daran, dass Neues möglich ist. Ihr werdet zurückkehren, nicht mehr alle, aber jedenfalls die Kinder oder Kindeskinder, ihr werdet das Land wieder bewohnbar machen und zur Blüte führen.
    Jesaja legt sich in seinen Ausführungen richtig „ins Zeug“, denn er muss gegen viel Depression, Angst und Sorge ankämpfen. Glaubt doch daran, dass die „Stadt der Herzen“ wieder erstehen kann. Dass der Tempel, der Ort der Gegenwart Gottes neu erbaut werden kann. Dass Frieden von ihm ausgeht wie ein nicht versiegender Strom. Dass Gemeinschaft unter den Menschen, die lange so schmerzlich vermisst wurde, wieder möglich wird. Um die Israeliten zu ermutigen, findet Jesaja wunderbare Bilder für Jerusalem, die Gottesstadt und für Gott selbst. Weibliche Bilder, mit die schönsten in der Bibel. Wer eine schlimme Situation erlebt, braucht die Mutter. Sie nährt ihre Kinder, die Babys dürfen schmatzen an der Mutterbrust. Sie hält ihr Kind auf dem Arm, streichelt und liebkost es. Sie schaukelt es auf den Knien. Niemand sonst kann so trösten wie eine gute Mutter oder Großmutter. Haben Sie selbst solche schönen Erfahrungen mit Ihrer Mutter oder Großmutter gemacht?
    Glaubt an diese Freude, sagt Jesaja, wenn Jerusalem aufersteht und ihr mit ihr. Können wir solchen Trost heute nicht auch besonders brauchen? Dass Gott uns wie eine gute Mutter durchträgt durch diese unberechenbaren und beunruhigenden Zeiten. Dass auf Gott, die Mutter, Verlass ist, bekräftigt Jesaja auch an anderer Stelle: Kann auch eine Frau ihr Kind vergessen, dass sie sich nicht erbarme? Die Antwort folgt sofort: Und wenn sie ihr Kind auch vergäße, so will ich doch dich nicht vergessen. (Jesaja 49,15).

  • add Social Media Kurzgottesdienst von Prädikant Patrick Spitzenberger für Sonntag 22. März 2020
  • add Predigt von Pfarrerin Sabine Nollek für Sonntag, 15. März 2020 - Okuli

    Predigt von Sabine Nollek für Sonntag, 15. März

    Liebe Gemeinde, was wir gerade erleben, ist eine Zumutung. Eine Pandemie. Das sich das Leben so schnell verändern kann, hätte ich nie gedacht. Das Leben von einzelnen, von ganzen Nationen, von einem ganzen Kontinent, ja der ganzen Welt. Das ist wirklich eine Zumutung für unsere Art zu leben. Frei und individuell. Auf einmal kann es sein, dass wir nicht überall hingehen und alles machen können, was wir wollen. Unser Radius wird eingeschränkt. Wir können nicht mehr zu den üblichen Veranstaltungen gehen, nicht mehr die üblichen Wege beschreiten. Das verunsichert zutiefst und löst große Angst aus. Es mutet uns vielleicht zu, für uns zu bleiben, um nicht selbst angesteckt zu werden oder andere anzustecken. Es fördert Reaktionen zutage, die längst vergessen schienen. Und auch diese Art heute Gottesdienst zu feiern, auch eine Zumutung, die richtig weh tut.

    Zumutungen aber tragen auch den Keim des Neuen in sich. Solche Zumutungen gehen in unserem heutigen Predigttext von Jesus aus. Wir hören Lukas 9,57-62.

    57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. 59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! 61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

    Wirklich eine Zumutung, was Jesus hier mit den Dreien auf dem Weg verhandelt. Der Erste kommt selbst zu Jesus und sagt: Ich will dir nachfolgen. Aber Jesus sagt: Bist du dir sicher? Wenn du mit mir gehst, wirst du ein Heimatloser sein. Der Zweite wird von Jesus selbst ange-sprochen. Aber er will noch etwas sehr Wich-tiges tun: Seinen Vater bestatten. Das gehört zu den grundlegenden Pflichten des Lebens, seine Angehörigen würdevoll zu bestatten. Aber Jesus sagt zu ihm, scheinbar eiskalt: Es gibt jetzt Wichtigeres für dich. Lass die Toten ihre Toten begraben. Und der Dritte, der wieder selbst auf Jesus zugeht und ihm nachfolgen will, hört die Zumutung, dass es falsch ist, in die Vergangenheit zu schauen. Drei wollen sich aufmachen und mit ihm gehen, aber sie sind nicht wirklich frei für diesen Schritt. Ihr bisheriges Leben, ihre Verpflichtungen, ihre Familien halten sie fest im Alten, in der Vergangenheit. Jesus aber will sie mit auf einen Weg nehmen, wo er ihr ungeteiltes Herz braucht.

    Warum ist Jesus so hart, ja fast grausam zu diesen Männern? Ich denke, weil er sie herausfordern will, sich ihm ganz anzuvertrauen. Er will sie gewinnen für etwas fundamental Neues. Für das Reich Gottes. Für Zukunft, Hoffnung, für Leben in Ewigkeit. Das ist mehr als das Hier und Jetzt. Viel mehr.

    Wo sie mit ihm gehen, gehen sie den Weg des Lebens. Jesus ist nicht grausam, er sieht tiefer und weiß, dass das Gewohnte, die Verpflichtungen, die Familienbande sehr viel Macht über uns haben. Aber in dem Augenblick der Begegnung mit ihm sollen sie ihr Herz voranwerfen und vertrauen. Sie sollen sich auf das Neue, Ungewohnte wirklich einlassen und sich nicht vom Alten einfangen lassen. Sie sollen nach vorne schauen und der Zukunft vertrauen. Mit Jesus gehen. Seine Zumutung trägt den Keim des Neuen in sich.

    Ist es vielleicht auch so in diesen herausfordernden Tagen? Wo uns soviel Gewohntes und Übliches aus den Händen genommen wird? Dass Neues möglich wird, nie Gedachtes. Dass wir auf einmal ganz kreativ werden, wie wir anders Gottesdienst feiern, wie wir uns vernetzen, wie wir einander stärken. Könnte das nicht eine Chance werden für unsere indi-vidualistische Gesellschaft? Da hat ja jeder normalerweise nur sein eingeschränktes Umfeld im Blick. Es ist jetzt die Zeit für Solidarität und für Zusammenhalt. Für ein Herz, das nicht panisch wird, sondern besonnen bleibt.
    Wichtig: Jetzt kann nicht mehr jeder machen, was er will. Jetzt muss an einem Strick gezogen werden. Wäre das dann nicht wirklich eine Chance – diese große Zumutung, die uns so viel Angst macht? Amen.

     

     

  • add NEU: Predigt von Pfarrer Andreas Weidle für Sonntag, 8. März 2020 - kreuz&quer-gottesdienst: Auferstehung - wie macht man das?

    Pfrarrer Weidle geht es darum, anhand von Johannes 20 das schwierige Thema „Auferstehung“ auf Alltagstauglichkeit herunterzubrechen und nicht steckenzubleiben in der Bemerkung: „Des musch halt glauba!“