Gottesdienstumfrage 2012

Die Umfrage

Ab Juli 2012 wurde diese Umfrage verteilt und auch online auf dieser Webseite zur Verfügung gestellt. Bis zum Gemeindefest am 30. September konnten die Antworten abgegeben werden. Am 22. Oktober luden wir zur Auswertung der Antworten ein.

Wer hat geantwortet?

Wir haben 121 Antworten auf die Umfrage erhalten! Im Mittel waren die Teilnehmer 48 Jahre alt und leben mit 0,9 Kindern zusammen. 93% der Fragebögen kamen von evangelischen Christen, der Rest von Angehörigen anderer christlichen Kirchen. 68% der Fragebögen wurden von Frauen ausgefüllt, 31% von Männern.

Was waren die Gemeinsamkeiten?

Gottesdienstgestaltung

Den deutlichsten Zuspruch fanden das Kirchekaffee, die ansprechende Raumgestaltung und der parallele Kindergottesdienst. Darüber hinaus erhielt der Mithörraum für Eltern mit Kleinkindern und die Schriftlesung in moderner Sprache die geringste Ablehnung.

Am kontroversesten wurden dagegen die Fragen nach dem Abendmahl in anderen Formen und die Schriftlesung in traditioneller Übersetzung beantwortet.

Predigt

Überwiegend positiven Anklang fand die Predigt, die der Besinnung und Andacht dient und eine Predigtdauer von 10 bis 20 Minuten. Fast ebenso hohe Zustimmung erhielt die Predigt in lockerer, humorvoller Sprache und die Mitwirkung von Gruppen unserer Gemeinde.

Sehr unterschiedlich wurde die Predigt nach Predigtplan oder eine Predigt, die theologisches und geschichtliches Wissen vermittelt, und eine Predigt, die durch Anspiel, Pantomime oder Theater unterstützt wird, gesehen.

Die deutlichste Ablehnung erfuhr die Predigtdauer zwischen 20 und 30 Minuten.

Musikalische Gestaltung

Allgemeine Zustimmung erhielten bekannte Lieder zum Mitsingen. Weitere Favoriten waren neuere Lieder mit Klavierbegleitung und die Mitwirkung des Kinderchors.

Kritischer wurden unbekannte Lieder zum Kennenlernen und ein Liedblock mit Lobpreis- und Taizé-Liedern gesehen.

Zeit und Ort

Der 10:00 Uhr Gottesdienst am Sonntag ist die beliebteste Zeit. Die vorgeschlagenen Abendgottesdienste um 18:00 Uhr am Samstag oder Sonntag wurden eher abgelehnt.

Die Gottesdienstorte sind alle gleichermaßen beliebt mit einem kleinen Vorsprung für die Osterfeldkirche.

Übersicht dieser Ergebnisse als PDF-Datei

Wo lagen die Unterschiede?

In einigen Fragen fielen die Antworten sehr unterschiedlich aus. Um besser zu verstehen, wie die Vorlieben und Abneigungen zusammenhängen, haben wir mit Hilfe einer Clusteranalyse Fragebögen mit ähnlichen Vorlieben und Abneigungen zu Gruppen zusammengefasst und sind dabei auf folgende Ergebnisse gekommen.

Die "Klassischen"

Diese Gruppe schätzt die Stille Zeit und Meditation, eine Predigt die zum Nachdenken anregt und Choräle mit Orgelbegleitung. Kritisch ist sie gegenüber dem Abendmahl in anderen Formen, einer Predigt über aktuelle Themen und einem Anspiel oder einer Pantomime eingestellt. Bei der musikalischen Gestaltung hat sie sich häufig gegen eine Band oder Lobpreis- und Taizé-Lieder ausgesprochen.

In dieser Gruppe wurden 26% der Fragebögen eingeordnet. Sie haben einen Altersschnitt von 56 Jahren.

Diese Gemeindeglieder schätzen den klassischen Gottesdienst und sind Veränderungen gegenüber zurückhaltend.

Die "Spirituellen"

Auch diese Gruppe schätzt die Stille Zeit und Meditation und eine Predigt die zum Nachdenken anregt. Sie legt aber noch größeren Wert auf das Abendmahl mit Einzelkelchen, ein Angebot des persönlichen Segens und einen parallelen Kindergottesdienst. Bei den Predigtinhalten interessiert sie sich besonders für Glaubensthemen und ist auch für Mitwirkung durch Gruppen der Gemeinde oder für Anspiele zum Thema offen. Auch bei der musikalischen Gestaltung spricht sie sich für neuere Lieder mit Klavierbegleitung, Bandbegleitung, Lobpreis- und Taizé-Lieder aus. Die deutlichste Ablehnung äußerte sie bei einer Predigt über aktuelle Themen und bei Dialogpredigten.

In dieser Gruppe wurden 36% der Fragebögen zusammengefasst. Sie haben einen Altersschnitt von 55 Jahren.

Dieser Personenkreis ist also spiritueller orientiert: er bevorzugt Glaubensthemen und die Andacht, ist aber auch für andere Formen der Verkündigung und moderne Musik aufgeschlossen.

Die "Jungen"

Diese Gruppe zeichnet sich durch ein paar ausgeprägte Abneigungen aus: Sie lehnt die Schriftlesung in traditioneller Sprache, eine Predigt zum Bibeltext des Predigtplans, die theologisches und geschichtliches Wissen vermittelt, und Choräle mit Orgelbegleitung ab. Selbst der Mitwirkung des Kirchenchors steht sie kritisch gegenüber und lehnt die 10:00 Uhr Zeit ab. Stattdessen legt sie Wert darauf, dass Kinder am Gottesdienst teilnehmen können, dass die Predigt in lockerere Sprache und gerne auch im Dialog gehalten wird. Außerdem haben sie eine klare Vorliebe für den Steinriegelplatz.

Der Altersschnitt dieser Gruppe, in der 16% aller Fragebögen vereint sind, ist lediglich 34 Jahre. Zudem leben hier deutlich mehr Kinder im Haushalt.

Diese Gruppe stellt mit die kritischsten Gottesdienstbesucher, die klar für moderne Gottesdienstformen Position beziehen.

Die "Familien"

In dieser Gruppe finden sich Fragebögen, die sich in den Vorlieben den "Jungen" gleichen, allerdings in ihrer Ablehnung weniger stark ausgeprägt sind. Sie lassen sich auch schwer für die Schriftlesung in traditioneller Sprache oder der Predigt nach Predigtplan begeistern. Dafür sind sie aber für andere Formen des Abendmahls, für knappe Predigten über aktuelle gesellschaftliche Themen und auch für die Mitwirkung von Kinder- oder Kirchenchor offen. Deutliche Abneigungen haben sie allerdings gegen die 18:00 Uhr Vorschläge.

Der Altersschnitt liegt ähnlich wie bei den "Jungen" bei 38 Jahren und es leben ebenso viele Kinder im Haushalt. In dieser Gruppe sind 21% der Fragebögen eingeordnet.

Mit Ausnahme der Gottesdienstzeiten gibt es große Übereinstimmung mit den "Jungen".

Die Schlussfolgerungen

Der Kirchengemeinderat hat die Anregungen aus der Gottesdienstumfrage und der Auswertung weiter beraten. Unser bestehendes Gottesdienstangebot wurde besser auf die Gruppen ausgerichtet. Außerdem wurde auch der kreuz&quer Gottesdienst eingeführt, der bisher zu kurz gekommene Bedürfnisse stärker in den Blick nimmt.

Der Gottesdienst ist für unsere Gemeinde der zentrale Ort, das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen. Deshalb wollen wir uns weiter darum bemühen, dass möglichste viele Gemeindeglieder in unseren Gottesdiensten eine Heimat finden und gerne mitfeiern können.